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HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Festgottesdienst am 1. Oktober 2006 in der Evangelischen Kirche St. Paul, DinkelsbühlDankbarkeitPredigt von Pfarrer Lothar Schullerus, Altensteig
Liebe Schäßburger aus nah und fern und auch alle ihr Lieben, die ihr heute hier mit uns zusammen vor Gott getreten seid. Es gibt einen Satz in der Bibel, der eine grundlegende Bedeutung für unser aller Leben hat. Es ist wohl der wichtigste Satz für die Menschen in aller Welt. Er steht am Anfang der 10 Gebote und lautet: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland aus dem Diensthause geführt hat...“ (Ex. 20, 1a). Er ist darum der wichtigste Satz auch für unser Leben, weil sich mit ihm die von uns Menschen wohl erahnte, aber nicht fassbare Macht, die unser ganzes Leben bestimmt, selbst vorstellt. Sie stellt sich vor als: Der Herr und gleichzeitig als unser Gott, der uns führt, so wie er damals sein Volk aus Ägypten aus dem Diensthause geführt hatte. So hat er auch uns herausgeführt aus einer Knechtschaft in die Freiheit. Das war sein Werk. Es wurde und wird viel über die Macht, die wir Gott nennen, gedacht und geredet. Aber keine menschliche Erkenntnis oder keine Meinung kann etwas Zuverlässigeres über sie sagen, als sie selbst von sich gesagt hat: „Ich bin der Herr – ich bin dein Gott. – Ich bestimme dein Schicksal.“ Ob wir das annehmen wollen oder nicht, bleibt sich gleich. Mit ihm haben wir es zu tun. Und wir können ihm nichts abhandeln. Er ist der Herr. Er bestimmt die Weltgeschichte. Mit ihm gibt es kein Rechten über gut oder böse. Er kann mit uns machen, was ihm beliebt. Darauf hat schon der Prophet Jeremia sein Volk aufmerksam gemacht mit dem Bild vom Töpfer. Jer. 18 1 ff. Dort wird gezeigt, wie der Töpfer seine Töpfe formt, wie er will, und auch verwirft, wie es ihm recht scheint. So geht der Herr auch mit seinen Geschöpfen um. So hat er auch uns das Schicksal bestimmt, wie wir es erlebt haben mit all seinen Höhen und Tiefen. Und diesen Herrn sollen wir – wie es im Gebot heißt – lieben. Wir sollen ihn lieben, denn er hat sich uns als „unser Gott“, d.h. als der erwiesen, der es gut mit uns meint, auch wenn wir das so oft nicht verstehen. Er liebt uns trotz unserer Fehler und Schwächen, trotz unserer Unvollkommenheit. Denken wir nur daran, wie er im vorigen Jahrhundert mit uns umgegangen ist. Wir haben es nicht so schwer gehabt wie all die anderen Auslanddeutschen, die vertrieben worden sind. Er hat uns Türen aufgetan, dass wir in diesem Land hier unter viel besseren Umständen leben dürfen, als es uns in der alten Heimat möglich war. Sollten wir dafür nicht dankbar sein, auch wenn uns hier so vieles fehlt, was uns dort lieb und wertvoll war. Wir haben allen Grund, Gott lieb zu haben. Ich weiß aber auch, wie leicht wir die Weisungen Gottes, die er uns für unser Leben gegeben hat, missverstehen. Das gilt mit auch von diesem Gebot : Du sollst Gott lieben? Wie? Das kann man doch nicht anordnen. Gut. Aber dankbar sein für all das, was uns bisher zuteil geworden ist und wie Gott uns nach all dem Schweren, das wir durchstehen mussten, herausgeführt hat, das sollte uns doch dankbar stimmen. Denn Dankbarkeit ist der beste Ausdruck unserer Liebe für Gott. Und wie sollten wir ihm unsere Liebe sonst kundtun? Dankbarkeit ist ja nicht bloß ein Gefühl. Dankbarkeit drängt – wo sie echt ist – zur Tat. Sie will etwas tun. Was sie tun soll, das ist uns in dem anderen Gebot, dem von der Nächstenliebe, gezeigt. Wir können unsere Dankbarkeit Gott gegenüber nicht anders Tat werden lassen, als an dem Nächsten Barmherzigkeit zu üben, der diese Barmherzigkeit nötig hat. Wir dürfen sagen: So wie Gott mit uns barmherzig war, so wollen wir nun mit unsern Nächsten barmherzig sein. Das ist wahre Dankbarkeit, das ist die höchste Form der Liebe. Dazu sind wir durch den Herrn selbst mit diesem Gebot aufgefordert. Wer aber ist nun unser Nächster, dem wir unsere Barmherzigkeit zuwenden
sollen? Da kann ich ruhig auf Schäßburg hinweisen, die Stadt,
die in dieser Zeit unsere Liebe nicht nur hat, sondern auch braucht. Wir können jedoch nur säen. Was daraus wird, liegt –
wie es im Liede heißt – in des Himmels Hand. Mehr als unser
Säen erwartet Gott auch nicht von uns, wenn es nur in seinem Geiste
geschieht. Dann haben wir für die Zukunft genug getan. Unter Gottes
Führung sollte uns dies doch gelingen. Lasst es uns versuchen.
Letztes Update: 2007-03-04 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de / http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg |