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HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
Das Jahr 2006 in SchäßburgEines ist klar, bei jeder Art Bilanz besteht das Risiko, alles Mögliche zu übersehen. Bei der von uns versuchten, wollen wir nicht alles erschöpfend, rigoros, vollständig und ohne etwas auszulassen aufzulisten. Es ist aber auch klar, dass die Meinungen darüber, was „wichtige Ereignisse“ des bald ablaufenden Jahres 2006 sind, in Schäßburg so viele und so unterschiedliche sind, als es Menschen mit Gewissen gibt, die innehalten um darüber nachzudenken.
Ein erstes Auswahlkriterium wäre das der Daten von öffentlichem Interesse, also derjenigen, die das Leben der Gemeinschaft betreffen, in der wir leben und die uns alle interessieren müssten. Bei diesem Kapitel steht an erster Stelle der Einsturz eines Teils der Stadtmauer im April, genau unterhalb des Sitzes der lokalen Verwaltung. Diese Tatsache wurde als alarmierende und katastrophale Botschaft in der lokalen, regionalen und zentralen Presse diskutiert. Überschriften wie „Die Burg von Schäßburg stürzt ein“ oder „Die einzige mittelalterliche, bewohnte Burg in Europa ist vom Verschwinden bedroht“ etc. lenkten die Aufmerksamkeit der Behörden auf die Gefahren, die die Existenz dieses zum Weltkulturerbe gehörenden Komplexes von Baudenkmälern bedroht. Mit anderen Worten, die Burg gehört auf nationaler Ebene in dieselbe Kategorie mit den berühmten Moldauklöstern Voronet, Moldovita, Humor aber auch mit anderen sächsischen Gründungen Siebenbürgens wie Birthälm und Keisd sowie auf internationaler Ebene in eine Reihe mit der Großen Chinesischen Mauer oder den Ägyptischen Pyramiden. Der Meinung von Fachleuten zufolge, wurde der Einsturz durch Risse an der besagten Mauer „angekündigt“, und es wäre wohl billiger und effizienter gewesen, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, als auf den Fall der Mauern zu „warten“ und sie dann wieder aufzubauen. Aus dem, was man mit freiem Auge erkennen kann, gibt es mehrere Abschnitte der alten Befestigungsmauern sowie einige Türme mit ihren Basteien, bei denen das Risiko besteht, das gleiche Schicksal zu erleiden. Die Kosten gründlicher Renovierungs- – und Konsolidierungsarbeiten übersteigen jedoch die Möglichkeiten, sie aus dem Budget des Stadtrates von Schäßburg zu finanzieren. Man spricht von mehreren Millionen Euro, das sind Investitionen die nur die Regierung oder /und europäische Projekte von größerem Umfang decken können. Zu den Unannehmlichkeiten, an denen wir im Jahr 2006 teilhatten, gehört
zweifellos die Hysterie um die Vogelgrippe zu Beginn des Sommers. Die
Nachricht, dass in Schäßburgs Umgebung ein Vogelgrippeherd
existiert, schlug wie ein Blitz ein. Aus der Bevölkerung fühlten
sich viele irgendwie in Sicherheit vor dieser dubiösen Seuche und
glaubten nicht, dass sie etwas damit zu tun haben könnten. Übrigens
waren es nicht wenige, die sich in der Zeit der sehr verbreiteten Auffassung
anschlossen, die Vogelgrippe sei eine subversive Erfindung der Europäer,
die mit den rumänischen Behörden als Komplizen die rumänischen
Traditionalisten, zukünftige Bürger der EU, dazu bewegen möchten,
auf die heimische Geflügelzucht zu verzichten und Eier, Hühnchen
oder auch andere Geflügelprodukte aus dem Import zu kaufen. Unbestritten
ist, dass das Durcheinander mit verschiedener Intensität einige Wochen
andauerte und mit der Schlachtung vieler Hühner im Quarantänegebiet
und seiner unmittelbaren Nachbarschaft endete, aber auch in anderen Stadtgebieten
die vorsorglichen Bürger aus Angst vor der Vogelgrippe ihre Hühnerstelle
leerten. Aber 2007 kündigt sich als ein interessantes Jahr an, in dem jeder von uns am eigenen Leib erfahren wird, was die europäische Integration bedeutet und ob die Ängste und Hoffnungen die an diesen neuen, über Nacht erlangten Status geknüpft sind, von der Wirklichkeit bestätigt werden. Florin Chiorean, Wochenblatt „Punctul“, Schäßburg
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