Schäßburger Treffen 2006 in Dinkelsbühl
Das zweitägige Schäßburger Treffen am 30. September und
1. Oktober stand folgerichtig im Zeichen dieses Festaktes. Zur offiziellen
Eröffnung fanden sich rund 500 Teilnehmer am Samstagnachmittag im
Schrannen-Festsaal ein. Hermann Theil, stellvertretender Vorsitzender
der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Schäßburg e.V., begrüßte
die Saalgäste im Namen der Ausrichter, der Schäßburger
Nachbarschaft Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie des Vorstandes der
HOG Schäßburg. Die HOG habe, so Theil, das Vorhaben einer Städtepartnerschaft
zwischen Dinkelsbühl und Schäßburg von Anfang an befürwortet,
„im Sinne der allseits beschworenen Rolle als Brückenbauer
vermittelt, begleitet und gefördert“. Mit diesem Treffen verknüpfe
er persönlich die Hoffnung, dass es „den natürlichen Rahmen
für intensive Gespräche zwischen den Teilnehmern beider Städte
bietet und sich dadurch Ansätze für weitere, intensive, breite
Zusammenarbeit ergeben“. Unter den Ehrengästen begrüßte
der HOG-Sprecher u. a. den Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr.
Christoph Hammer, Bürgermeisterin Hildegard Beck, stellvertretende
Vorsitzende des Freundeskreises Dinkelsbühl – Schäßburg/Sighisoara
e.V., ferner Schäßburgs Bürgermeister Ioan Dorin Danesan,
Hermann Baier, ehemaliger Leiter der Bergschule und Vorsitzender des Schäßburger
Freundeskreises Sighisoara – Dinkelsbühl, als Festredner den
Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in
Deutschland, Dipl.-Ing. Arch. Volker Dürr, mit Gattin und nicht zuletzt,
neben aus Schäßburg angereisten Vertretern der Evangelischen
Kirche sowie des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien,
den Vorsitzenden des Dachverbandes der Heimatortsgemeinschaften, Michael
Konnerth.
Wie die Fränkische Landeszeitung berichtete, wurde in den Grußworten
der beiden Amtskollegen, Dr. Christoph Hammer und Ioan Dorin Danesan,
von Hildegard Beck und Hermann Baier die zur Verwirklichung dieser Städtepartnerschaft
von der Heimatortsgemeinschaft und der Landsmannschaft geleistete Brückenbaufunktion
nochmals anerkannt und gewürdigt. Den dynamischen Prozess der Anbahnung
der Städtepartnerschaft nachskizzierend, wies Volker Dürr in
seiner Festrede auf die im Verlaufe vieler Jahrzehnte gewachsenen freundschaftlichen
Beziehungen zwischen Dinkelsbühlern und Siebenbürger Sachsen
hin. Diese hätten ihren Ausdruck gefunden in der beim Heimattag zu
Pfingsten 1985 unterzeichneten Partnerschaftsvereinbarung mit der Stadt,
die in dem Dokument als „heimatlicher Mittelpunkt der Siebenbürger
Sachsen, Zentrum ihrer landsmannschaftlichen Begegnungen mit zahlreichen
kulturellen Veranstaltungen, ihrer Darstellung der Heimattreue und des
Gedenkens geworden“ sei. Auf dem Fundament dieser vertrauensvollen
Partnerschaft zwischen der Stadt Dinkelsbühl und der Landsmannschaft
der Siebenbürger Sachsen sei vor sechs Jahren die „gemeinsame
Initiative zur Schaffung einer weiteren Partnerschaft zwischen dem fränkischen
Dinkelsbühl und dem siebenbürgischen Schäßburg in
Rumänien“ erwachsen, die nun feierlich besiegelt worden sei.
Zu dieser Partnerschaft beglückwünschte der Bundesvorsitzende
„unsere Partnerstadt Dinkelsbühl und meine Vaterstadt Schäßburg“
im Namen der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland
und der Föderation der Siebenbürger Sachsen.
Die Eröffnungsveranstaltung umrahmten die Trachtengruppe der landsmannschaftlichen
Kreisgruppe Dinkelsbühl-Feuchtwangen, eine Kindertanzgruppe aus Schäßburg
sowie die Instrumentalgruppe „Siebenbürgisch-Sächsische
Stubenmusik“ aus München. Am Nachmittag wurde eine Reihe öffentlicher
Vorträge über Schäßburg und Siebenbürgen gehalten.
Im Kleinen Schrannensaal referierten u. a. Dr. Christoph Machat, Vorsitzender
des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrats, über Schäßburg
und seine kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten, Jessica Douglas-Home,
Vorstandsvorsitzende des Mihai-Eminescu-Trust, London, mit einer Video-Botschaft
des britischen Thronfolgers Prince Charles, Waltraud Eberle, Tochter des
insbesondere auch in siebenbürgischen Kreisen ob seiner Kirchenburgen-Aquarelle
bekannten Malers Friedrich Eberle, und Gustav Schneider über das
traditionelle Skopationsfest auf der Schäßburger Breite. Mit
abendlichem Tanz und Unterhaltung fand der erste Tag des Treffens seinen
Ausklang. Die in den Veranstaltungsräumen gezeigte Ausstellung Schäßburger
Künstler war eine zusätzliche Attraktion des Treffens, das am
Sonntag seine Fortsetzung fand mit einem Festgottesdienst in der Evangelischen
St.-Pauls-Kirche. In dem von Pfarrer Lothar Schullerus und Diakon Heinz-Georg
Rieck gemeinsam gestalteten Gottesdienst sang der aus Schäßburg
angereiste Kirchenchor unter der Leitung des Organisten Theo Halmen.
Im Rahmen des Schäßburger Treffens fand eine Mitgliederversammlung
der HOG Schäßburg e.V. statt, bei der ein neuer Vorstand gewählt
wurde. Dem aus dem Amt scheidenden, langjährigen Vorsitzenden Walter
Lingner folgt der ehemalige Schäßburger Stadtpfarrer Dr. August
Schuller nach. Um die Bedeutung des grenzüberschreitenden Brückenschlags
in Form der frisch besiegelten Städtepartnerschaft zwischen Dinkelsbühl
und Schäßburg nachdrücklich zu unterstreichen, wurde beschlossen,
dass das Schäßburger Treffen künftig immer in Dinkelsbühl
stattfinden solle.
Christian Schoger (gekürzt aus „Siebenbürgische
Zeitung“, München)

Letztes Update:
2007-03-04
- Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de
/ http://www.schaessburg-net.de
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