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HOG-Schäßburg / Siebenbürgen |
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Begrüßungsansprache des Stellv. Vorsitzenden der HOGLiebe Schäßburger Landsleute, geehrte Gäste und Freunde von nah und fern,
Wie Sie alle wissen, wurde gestern in feierlichem Rahmen die Städtepartnerschaftsurkunde zwischen Dinkelsbühl und Schäßburg unterzeichnet. Die HOG Schäßburg hat dieses Vorhaben von Anfang begrüßt, im Sinne der allseits beschworenen Rolle als Brückenbauer vermittelt, begleitet und gefördert. Das Entgegenkommen der Partnerstädte, den Festakt zur Unterzeichnung der Städtepartnerschaft mit dem alle drei Jahre stattfindenden Schäßburger Treffen, erstmals in Dinkelsbühl, zu verbinden kann auch als Anerkennung unserer konstruktiven Haltung gewertet werden. Vielen Dank! „Zu Gast bei Freunden“ – unter diesem Motto hat 2006
die Fußballwelt Deutschland erlebt und die Weltmeisterschaft gefeiert.
Ich glaube, wir könnten zu Recht dieses Motto auf unser Treffen in
Dinkelsbühl übertragen. Als Gäste der Stadt Dinkelsbühl und heute auch des Schäßburger Treffens erstmals in Dinkelsbühl, begrüße ich Herrn Bürgermeister Joan Dorin Danesan zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Schäßburger Stadtrat.
Bine ati venit la Dinkelsbühl, domnule Primar Danesan, bine ati venit stimati Consilieri la prima intâlnire a Sighisorenilor din Germania in orasul Dinkelsbühl. Der Anstoß, eine Partnerschaft zwischen der Stadt an der Wörnitz
in Franken und der Stadt an der Großen Kokel in Siebenbürgen
einzugehen kam schon vor einigen Jahren vom Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft
der Siebenbürger Sachsen mit tiefer Schäßburger Wurzel,
Herrn Volker Dürr , den ich hier mit Gattin im Kreise der Schäßburger
herzlich willkommen heiße! Vom Dachverband der Heimatortsgemeinschaften begrüße ich den Vorsitzenden, Herrn Michael Konnerth! Nach gegenseitigen Besuchen von Vertretern des öffentlichen Lebens, nach bereits dreimaliger Teilnahme Schäßburger Jugendlichen an den traditionellen Jugendcamps der Partnerstädte Dinkelsbühls, einmal sogar als Gastgeber und nach den entsprechenden Beschlüssen der Stadträte, war der nächste Schritt im Vorfeld zu der nun besiegelten Städtepartnerschaft, die Gründung von Freundeskreisen in Dinkelsbühl wie auch in Schäßburg. Der Zweck dieser eingetragenen Vereine ist es, die Partnerschaft in breiten Bevölkerungskreisen zu verankern und mit Leben zu erfüllen.
Ich begrüße Frau Bürgermeisterin Hildegard Beck, Stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Dinkelsbühl - Schäßburg/Sighisoara und aus Schäßburg angereist, Herrn Hermann Baier, ehemaliger Leiter der Bergschule und heute Vorsitzender des Freundeskreises Schäßburg - Dinkelsbühl, rumänisch Asociatia de Prietenie Sighisoara - Dinkelsbühl. In Dinkelsbühl haben einige Schäßburger Familien eine neue Heimat gefunden. Neben zahlreichen gebürtigen Dinkelsbühler Bürgern arbeiten sie aktiv im genannten Freundeskreis mit. . Zwischen der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen und der Stadt
Dinkelsbühl besteht bereits seit über 20 Jahren eine verbriefte
Partnerschaft, seit 56 Jahren wird an Pfingsten hier der traditionelle
Heimattag ausgerichtet, immer schon mit Ehrengästen aus der Bundes-
und Landespolitik, Regierungsvertretern aus Rumänien – neuerdings
auch aus Schäßburg. Der Heimattag endet traditionell mit einer
ergreifenden Feierstunde an der Gedenkstätte der Siebenbürger
Sachsen und dem Großem Zapfenstreich mit der berühmten Dinkelsbühler
Knabenkapelle. Ganz herzlich darf ich die zahlreichen Teilnehmer aus Schäßburg
begrüßen Das heutige Schäßburg ist nicht mehr das mittelalterliche Städtchen wie es viele in verklärter Erinnerung haben. Und die heutigen Schäßburger, hier wie dort, haben sich in Struktur und Haltung grundlegend gewandelt. Wer sich heute als Schäßburger fühlt, dort geboren ist, als Schüler, oder als Berufstätiger einen Lebensabschnitt dort verbracht hat, wurde von den späten Nachkriegsjahren bis zur politischen Wende geprägt, einige auch von den Höhen und Tiefen der Jahre nach 1989. Die Jugendlichen, noch in Siebenbürgen geboren oder schon hier,
haben einen anderen Bildungs- und Lebenshorizont und gehen selbstbewusst
ihren Weg. Trotzdem gilt es die Weltoffenheit der jüngeren Generationen
einfühlsam mit einem Bekenntnis zur Herkunft zu stärken - „Ohne
Wurzeln, keine Früchte“. Die Aussiedlungswellen sind verebbt, die in Schäßburg verbliebenen Landsleute können reisen, ihre Kinder zur Ausbildung ins Ausland schicken wie das bis 1940 normal war. Zahlreiche deutsche und österreichische Firmen siedeln Betriebe in Siebenbürgen an, sie sind wichtige Arbeitgeber. Deutsche Stiftungen haben beispielhafte Leistungen erbracht. Die verbliebenen deutschsprachigen Schulen, wie auch die Bergschule in Schäßburg, werden von der Mehrheitsbevölkerung am Leben gehalten um Ihren Kindern bessere Chancen zu bieten. Die 500 in Schäßburg noch lebenden Sachsen und ihre, zunehmend interethnischen Familien artikulieren sich erfolgreich über das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien im öffentlichen Leben und übernehmen Verantwortung. Unter diesen, beispielhaft genannten neuen Randbedingungen muss auch
die Heimatortgemeinschaft Schäßburg sich neu definieren. Der
heute neu gewählte Vorstand – an der Spitze mit Dr. August
Schuller, unserem ehemaligen Stadtpfarrer - wird die Ziele unserer Satzung
entsprechend neu auslegen und mit Leben erfüllen müssen. Es sind reizvolle Aufgaben für jeden engagierten Bundesbürger siebenbürgischer Herkunft, Aufgaben die von vielen Schultern getragen werden müssen. Die europäische Dimension der eingangs erwähnten Städtepartnerschaft wurde beim gestrigen Festakt durch die Anwesenheit und die Festrede von Dr. Ingo Friedrich, Vizepräsident des Europaparlaments unterstrichen. Mit dem Beitritt Rumäniens 2007 zur Europäischen Union wird nach 60 Jahren Isolation, auch die Rückkehr Siebenbürgens, damit auch Schäßburgs, zur europäischen Wertegemeinschaft vollzogen. Dieses historische Ereignis wird sicher nicht problemlos umgesetzt werden
können. Die HOG Schäßburg wird Ihren Beitrag dazu leisten, den Übergang einfühlsam abzufedern und zu beschleunigen, damit auch – um mit den Worten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu sprechen – „Vergangenheit Zukunft hat“. Damit das steinerne wie auch das geistig-kulturelle Erbe jahrhunderte langer deutscher Siedlungsgeschichte gepflegt wird. Damit die Menschen, die heutige Gesamtbevölkerung Schäßburgs, sich zu dieser Vergangenheit bekennt, selbst- und verantwortungsbewusst im Europa der Vaterländer sich frei entfalten kann. Dabei ist Schäßburg bereits heute vielen Städten in Rumänien
einen Schritt voraus. Dass Schäßburg weit über die Landesgrenzen bekannt ist,
beweist die Anwesenheit von Frau Jessica Douglas-Home, Vorstandsvorsitzende
des Mihai- Eminescu-Trust, London - Welcome to Dinkelsbühl, Jessica
- als Überraschung hat sie eine Video-Grußbotschaft von SKH
Prince Charles mitgebracht, die 17.00 Uhr im Rahmen Ihres Vortrages abgespielt
wird. Das Motto „Stadt der Kulturen, Stadt der Kultur,“ mit dem Hermannstadt 2007 den Herausforderungen einer Europäischen Kulturhauptstadt begegnet, kann und sollte auch auf die Zukunft Schäßburgs übertragbar sein. Ich hoffe, dass unser Treffen den natürlichen Rahmen für intensive
Gespräche zwischen den Teilnehmern beider Städte bietet und
sich dadurch Ansätze für weitere intensive, breite Zusammenarbeit
ergeben. Seid alle herzlich willkommen! Hermann Theil, Weinsberg
Letztes Update: 2007-03-04 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de / http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg |