HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

 

Schäßburger Treffen 2006

Vorträge

Während des Schäßburger Treffens konnten die Teilnehmer auch ein reiches kulturelles Angebot wahrnehmen, das unter anderen eine Reihe von Vorträgen umfasste. Im Kleinen Schrannensaal boten sich Interessierten städtebauliche, denkmalpflegerische, kulturhistorische Themen an, die Schäßburg und teils auch seine Umgebung betrafen.


Christoph Machat
Dr. Dr. h.c. Christoph Machat, Vorsitzender des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates führte anhand von Dias durch Schäßburg, wobei es um eine städtebauliche Darstellung ging.

Er hob den Stundturm als ein markantes Element hervor, als den Torturm, der die Verbindung zwischen Burg und Unterstadt darstellt. Er zeigte die Straßenzüge, die als Hauptachsen das Stadtbild prägen, wobei sich im historischen Stadtkern der Unterstadt der Verlauf von Baiergasse-Hüllgasse als Strukturelement deutlich abzeichnet. An eindrucksvollen Bildern veranschaulichte Dr. Machat die Hauptachse der Burg, die sich ebenso deutlich abzeichnet als die Achsen der Unterstadt, wobei die Strukturelemente durch die Verbindung zwischen dem Vorderen Tor (Stundturm) und der befestigten Anlage auf dem Schulberg gebildet sind. Mit dem Burgplatz stellte er einen zweiten Kontenpunkt vor, von welchem die Achse zur Bergkirche über die breite Schulgasse verläuft. Veränderungen des mittelalterlichen Stadtbildes durch neuere Bauten wie der Bau der Präfektur, die den Platz des einstigen Klosters neben der Klosterkirche einnahm, der Textilfabriken in der Unterstadt oder durch den Abriss der Kokelseitigen Häuserzeile der Mühlgasse, wurden auch erwähnt. Denkmalpflegerische Aspekte wurden ebenso berücksichtigt wie kulturhistorische Sehenswürdigkeiten, die die Zuhörer, Dinkelsbühler, wie Schäßburger in die mittelalterliche Stadt mit ihrer belebenden morphologischen Vielfalt versetzten.


Jessica Douglas-Home

Frau Jessica Douglas-Home, Vorstandvorsitzende des M.E.T. Mihai Eminescu Trust, einer karitativen Stiftung mit dem Sitz in London, stellte die Arbeit ihrer Stiftung in Siebenbürgen vor, die sich den Erhalt und die Restaurierung der Dorflandschaften Siebenbürgens mit ihren mittelalterlichen Bauten und ihrer Natur, die Wiederbelebung des wirtschaftlichen Lebens der Dörfer sowie die technische Ausbildung von Handwerkern in neuen und längst vergessenen handwerklichen Arbeiten zum Ziel gesetzt hat. Dabei ging sie besonders auf das Gebiet südlich der Großen Kokel, das Südsiebenbürgische Hügelland mit seinen Kirchenburgen und Dörfern ein sowie auf die kulturhistorische Bedeutung dieser noch von mittelalterlichen Gliederungstrukturen geprägten Landschaft. Anhand einiger Projekte in Deutsch-Weißkirch, Malmkrog, oder der Beteiligung des M.E.T. an der Pflege- und Entwicklungsplanung für die Schäßburger Breite, erläuterte Frau Douglas-Home die Arbeit ihrer Stiftung. Im Anschluss an ihren Vortrag wurde über den Bildschirm auch eine Grußbotschaft seitens des Schirmherrn der Stiftung SKH Prince Charles, Prince of Wales übermittelt

Frau Waltraut Eberle stellte ihr Buchprojekt vor, dass sich mit Leben und Leistung des bekannten Schäßburger Architekten Kurt Leonhard befasst, der Ende Oktober seinen 95 Geburtstag beging. Sie erläuterte die Gliederung des Buches, zeigte ein reichhaltiges Bildmaterial, Zeichnungen, Aufrisse einzelner Gebäude und maßstabgenaue Zeichnungen bzw. Pläne zu Alt-Schäßurg sowie die eindrucksvollen Fassadenabwicklungen von Gassen auf der Burg, die die ganze Vielfalt der Hausstrukturen erkennen lassen und dennoch auch die harmonische Einheit der Häuserzeilen erkennen lassen. Frau Eberle wies darauf hin, dass das Buch Anfang des Jahres 2007 erscheinen werde.

Der von Walter Lingner für den Seniorenabend am Freitag 29. September vorbereitete Vortrag, den er aus Krankheitsgründen auch nicht selbst halten konnte, fand nicht wie ursprünglich geplant im Wilden Mann statt, beschloss dann aber mit Erfolg am nächsten Tag die kleine Vortragreihe im Schrannensaal. Aus seinem reichen Fundus an historischen Bildern und Dokumenten zum Skopationsfest hatte Walter Lingner einen 100-Dias umfassenden Vortrag zusammengestellt, der von Gustav Schneider gezeigt und kommentiert wurde. Manch einer der anwesenden Senioren konnte anhand der vorgeführten Bilder Erinnerungen an das selbst Erlebte aus der Kinder bzw. Jugendzeit
auffrischen, sich mit Eichenlaub bekränzt in eine fröhliche Runde auf der Breite versetzt fühlen und das historische Skopationsfest vor seinen Augen ablaufen lassen. Das ursprünglich auf einen mittelalterlichen Brauch zurückgehende Fest, bei dem durch die Gymnasiasten Ruten bzw. Rutenbesen zum Auskehren der Schulräume vorbereitet wurden, ist der Nachkriegsgeneration kaum noch oder höchstens aus Erzählungen oder Fotos ihrer Eltern bekannt.

Dr. Erika Schneider, Rastatt

 

 

 

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Letztes Update: 2007-03-04 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg