HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Deutschsprachige Schulen in Rumänien

Bergschul-Symposium Oktober 2006

Beispiel des Joseph-Haltrich-Lyzeums - Probleme und Chancen
Die vom HDO – Haus des deutschen Ostens, München, dem Verein Bergschule Schäßburg e.V., München, und seinem Partnerverein Asociatia Scoala din Deal, Schäßburg, gemeinsam organisierte Tagung fand zwischen dem 20. und 22. Oktober 2006 in dem generalsanierten, „Adlerhorst“ genannten Gebäude des Internates statt.
Ziel der Tagung war es, mit namhaften Fachleuten und Verantwortlichen eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und Zukunftsperspektiven vor historischem Hintergrund zu diskutieren.

Vorbereitung des Symposiums
Die Tagungsleitung hatten sich Udo Acker (HDO), Dr. Karl Scheerer (Bergschulverein Schäßburg) und Günter Czernetzky (Bergschulverein München) geteilt.
Leider wurde die Tagung, trotz langfristiger Konzeptfestlegung, erst „auf den letzten Drücker“ organisiert. Das lag mit Sicherheit an der Arbeitsüberlastung von Dr. Karl Scheerer und seinen Mitarbeitern. Auch die Fertigstellung und Übergabe des sog. „Adlerhorsts“ haben mit Sicherheit seine Arbeitskraft für die Tagung übermäßig beansprucht.
Dennoch war die Tagung hervorragend vorbereitet und verlief reibungslos. Trotzdem sind Absprachen über Arbeits- und Kompetenzaufteilung in Zukunft verbesserungswürdig.
Mit der vorzüglichen Bewirtung in der neuen Internatsküche und mit dem beherzten Einsatz von Frau Scheerer waren alle Teilnehmer mehr als zufrieden.
Die Leistungen, die die Fam. Scheerer, z.T. im Auftrag der Hermann-Niermann-Stiftung, Düsseldorf, in Schäßburg vollbringt, ist uneingeschränkt bewundernswert.

Tagungsverlauf
Nach Feststellung der allgemeinen deutschen Sprachkompetenz wurde einvernehmlich Deutsch als Tagungssprache festgelegt.
Etwa 25 Teilnehmer waren an allen 3 Tagen anwesend.
Es wurde allgemein bedauert, dass einer der Tagungsleiter – Herr Udo Acker, stellv. Direktor des HDO München, an dieser Tagung nicht teilnehmen konnte.
Die Referate waren allesamt sehr sorgfältig ausgearbeitet worden und wurden auch sehr dankbar von den Tagungsteilnehmern angenommen. Jeder Vortrag wurde im Anschluss diskutiert.
Alle Vortragenden erhielten als Dank ein kleines Geschenk vom Bergschule Schäßburg e.V.
Der Vortrag von Studienrat Bielz fiel aus Krankheitsgründen aus. Er wurde jedoch durch die sehr kenntnisreichen Ausführungen des ehem. Direktors der Bergschule, Hermann Baier, souverän ersetzt.
Die Vorträge stehen fast gänzlich auch in digitaler Form zur Verfügung und werden in den nächsten 3 Wochen auch auf www.bergschule-schaessburg.de publiziert werden.
Vom rumänischen Fernsehen TVR, Sendung in Deutscher Sprache, war die TV-Journalistin Frau Laura Moise anwesend, ebenso Redakteurin Hannelore Baier von der ADZ – Allgemeine Deutsche Zeitung, Bukarest.
Die Grundsatzreferate und die Abschlussdiskussion vom So., 22.10.2006 wurden vom Kameramann L. Dudas dokumentiert und werden auch als VHS oder DVD zur Verfügung stehen.
Am Sonntag, 22.Oktober 2006, dem letzten Tagungstag, wurden auf Vorschlag von Dr. Willaredt zwei Arbeitsgruppen gebildet. Die Ergebnisse wurden nach fünfundvierzigminütiger Arbeitszeit im Plenum präsentiert.

Fazit
Das Symposium wurde insgesamt sehr positiv bewertet. Vor allem der Vortrag von Prof. Dr. Schwerin hat nachhaltige Wirkung hinterlassen. Er setzt Maßstäbe.
Günter Czernetzky kündigte an, dass er versuchen werde, Bergschul-Symposien auch in Zukunft, alljährlich, jeweils zu einem anderen Thema, zu veranstalten.
Für 2007 wird das Thema mit dem Arbeitstitel: "WERTE, WERTEVERLUST, (Wertewandel?), WERTSCHÄTZUNG... der Deutschen Schulen in Rumänien" im Vordergrund stehen.
Im Namen von allen Beteiligen dankte Dr. Karl Scheerer dem HAUS DES DEUTSCHEN OSTENS - MÜNCHEN für die großzügige Unterstützung dieses Symposiums.
Im kleinen Kreis hat Prof. Dr. Schwerin vorgeschlagen, die Referate in einem Tagungsband in Heftform zusammenzufassen, um sie jedermann zur Verfügung stellen zu können,

Begleitprogramm
Im Anschluss an die Tagung wurde spontan eine Burg- und Schulführung von Hermann Baier angeboten. Anschließend wurde mit dem „harten Kern“ eine Fahrt in das Naturschutzgebiet „Breite“ und zum Ausklang in das Höhenrestaurant Villa Franka von G.C. organisiert.
Günter Czernetzky, Münch/Berlin

(SN 26 – Schule)


Ergebnisbericht der Arbeitsgruppe "Bergschule"
Teilnehmer: 12 Personen

A. Werbefotos und Texte für die Anwerbung von Sponsoren für die Bergschule
Vorschlag von Gertraud Schuller, Wien
Ziel:
- Fotos über das Leben an der Bergschule zu Werbezwecken,
- eine Verkaufsausstellung zugunsten der Bergschule,
- Einführungskurse in die Welt der Alten- und Neuen Medien.
Phase 1: Kunstfotograf L. Dudas wird in den nächsten 3 Monaten Werbefotos (max. 25 Fotos) an der Bergschule und ihren Einrichtungen (u. a. „Adlerhorst“) machen. Diese Fotos werden in Absprache mit der Direktion zu Werbezwecken freigegeben. Die Texte zu den Fotos werden von Schülern und Lehrern erarbeitet und der Direktion zur Auswahl vorgelegt. Spätestens Anfang März 2007 stehen den Förderern und Freunden der Bergschule diese Bilder und Texte zur freien Verfügung.
Phase 2: L. Dudas wird mit 10 Kindern (Klassen 1–4) einen Foto- und Filmbild-Erziehungskurs abhalten.
Ziel dieser Freizeitmaßnahme ist es, nach Beendigung des Schuljahrs 2006/2007 eine Wanderfotoausstellung zu organisieren, in der die Fotos zum Verkauf angeboten werden. Die Einnahmen kommen der Bergschule zugute, bzw. werden für die Honorierung weiterer Fotokurse verwendet.
Phase 3: Langfristig wird ein Konzept entwickelt, um die Schüler an die Audiovisuellen Medien heranzuführen. Dabei können die Schüler eigene Videos/DVDs erstellen. Dieses Fernziel soll innerhalb von 3 Jahren realisiert werden.

B. Supervisionen an der Bergschule
Vorschläge mehrerer Teilnehmer der AG
Aus der Erfahrung von Dr. Scheerer bei den Sambachhof-Fortbildungskursen empfiehlt sich ein gesteigerter Supervisionsbedarf an der Bergschule zu folgenden akuten Themen:
• Transparenz bei allen Projekten und Entscheidungen der Schuldirektion
• Arbeitsklima an der Schule / Kommunikation unter den Lehrenden
• Pünktlichkeit/Verantwortung/Disziplin bei Lehrenden und Lernenden an der Bergschule.
Als Supervisor wurde von Wilhelm Fabini der Verantwortliche für Fragen der Bergschule im Stadtrat, der Unternehmer und DFDR-Vorsitzende in Schäßburg – Harald Gitschner – vorgeschlagen.
Nach jeweils einer oder mehreren Supervisionssitzungen, getrennt für die Klassen 1–4, 5–8, 9–12 / deutsche Abteilungen und 9–12 / rumänische Abteilungen, soll der Schuldirektion ein Ergebnisbericht zur Entscheidung vorgelegt werden. Dieser enthält konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Ist-Situation in allen Klassen der Bergschule.

C. Seminare zur Gesprächsführung, Sitzungsgestaltung, Techniken der Konfliktprävention
Vorschlag von Günter Czernetzky
Als Arbeitsgruppenleiter machte ich folgende leidvolle Erfahrung:
- Mehrere Mitglieder des Lehrerkollegiums wollten sich gegenseitig ihre Standpunkte nicht akzeptieren.
- Nur durch eindeutige Ordnungsrufe wurden die jeweiligen „Monologe“ abgebrochen. Danach konnten auch andere Teilnehmer der AG zu Wort kommen.
- Besonders schwer war es, alle Teilnehmer zu einem lösungsorientierten Gespräch zu motivieren.

Fazit:
- Es ist ein akutes Defizit an „Streitkultur“ festgestellt worden.
- Es ist ein Mangel an strukturierter Diskussionsdisziplin beobachtet worden.
- Praktische Übungen/Aufgaben in Kleingruppen mit der Vorgabe z.B.: „Wie leite ich eine Sitzung?“ könnten die Situation verbessern.
Daher ergeht die Bitte um Fortbildungsmaßnahmen mit Trainingscharakter an das ZfA. Diese praktischen Kurse sollten allerdings in Schäßburg abgehalten werden, damit alle Lehrkräfte die Möglichkeit haben teilzunehmen. Der fertig gestellte „Adlerhorst“ (Internat) bietet eine ideale Möglichkeit dafür. Es wird auch darum gebeten, diese Kurse möglichst bald und ohne längere Vorlaufzeiten – quasi ad hoc – zu ermöglichen.

Günter Czernetzky, München/Berlin

 

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