Städtepartnerschaft Dinkelsbühl – Schäßburg offiziell
besiegelt
Nach sechsjähriger Anbahnung wurde die Städtepartnerschaft
zwischen Dinkelsbühl und dem siebenbürgischen Schäßburg
am 29. September 2006 im Rahmen eines Festaktes offiziell besiegelt. Die
Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, die den
Anstoß zu dieser Städtepartnerschaft gegeben hatte, war durch
ihren stellvertretenden Bundesvorsitzenden und Vorsitzenden des Landesverbandes
Bayern, Dr. Bernd Fabritius, vertreten. Auf Einladung der Stadt Dinkelsbühl
waren seitens der Heimatortsgemeinschaft Schäßburg e.V. die
beiden Stellvertretenden Vorsitzenden, Günter Czernetzky und Hermann
Theil anwesend.
Die Fränkische Landeszeitung berichtete über beide Ereignisse
ausführlich.
Von einem „historischen Moment“ sprach Dr. Ingo Friedrich,
Vizepräsident des Europaparlaments, in seiner Festrede anlässlich
der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden. Der Europapolitiker verknüpfte
den Zeitpunkt der offiziellen Besiegelung dieser deutsch-rumänischen
Städtepartnerschaft mit dem erst kürzlich festgelegten EU-Beitrittsdatum
für Rumänien, dem 1. Januar 2007. Die Partnerschaft zwischen
Dinkelsbühl und Schäßburg stehe symbolisch für Europa,
in dem es nach dem Zweiten Weltkrieg immer um die Aussöhnung ehemaliger
Feinde gegangen sei. Persönliche Bindungen seien die beste Möglichkeit,
Vertrauen zu den Nachbarn aufzubauen. Europa lebe von persönlichen
Begegnungen und Freundschaften. Die neue Partnerschaft habe durch über
50 Heimattage der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl eine lange
Tradition.
Gleichfalls mit einem Akzent auf dem zeitgeschichtlich relevanten europäischen
Kontext betonte Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph
Hammer in seiner Ansprache die mit der neuen Partnerschaft einhergehende
Verpflichtung von „uns allen, jetzt Raum für Begegnungen und
Gedankenaustausch zu schaffen“. Alle Organisationen, Verbände,
Einrichtungen und Menschen seien nun aufgefordert, die Zukunft zu gestalten.
Durch die neue Partnerschaft solle auch verhindert werden, dass jene „Verwirrungen
der vergangenen 100 Jahre“, die sich in Dinkelsbühl und Schäßburg
widerspiegelten, jemals wieder geschehen.
Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde:
Schäßburgs Bürgermeister Ioan Dorin Danesan
(links) neben seinem Dinkelsbühler Amtskollegen
Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer.
Foto: Ingrid Metzner
Schäßburgs Bürgermeister Ioan Dorin Danesan erinnerte
in seiner Rede an wichtige Etappen auf dem Weg zur Vollendung dieser Partnerschaft
mit der Großen Kreisstadt. Beide Städte hätten nicht nur
viele historische Gemeinsamkeiten, Parallelen ergäben sich auch bei
modernen Projekten oder aktuellen Problemen. Das gegenseitige Interesse
müsse im gegenseitigen Kennen lernen münden, denn nur durch
den ständigen gegenseitigen Austausch könne Europa wachsen,
so Danesan. Zwischen Dinkelsbühl und Schäßburg solle es
gemäß den in der Partnerschaftsurkunde formulierten Zielen
künftig gemeinsame Projekte geben, beispielsweise einen Schüleraustausch.
Dinkelsbühl habe sich als „großartiger Gastgeber“
erwiesen. In einem feierlichen Zeremoniell, das den Festakt, dem ein ökumenischer
Gottesdienst im Münster St. Georg vorausgegangen war, krönte,
folgten die Unterzeichnung der Urkunde sowie der Eintrag in das Goldene
Buch der Stadt.
Bürgermeister Ioan Dorin Danesan wurde von einer größeren
Schäßburger Delegation begleitet. Stadträte fast aller
politischen Fraktionen waren anwesend, so Cristian Ciucan, Harald Gitschner,
Adrian Popa, Ernö Gall, Mircea Purenciu und Dr. Stelian Larga. Mit
dabei waren auch die in Dinkelsbühl bereits bestens bekannten Schäßburger,
die Pressereferentin und Partnerschaftsbeauftragte Michaela Türk
und Hermann Baier, Vorsitzender des Freundeskreises Schäßburg-Dinkelsbühl
sowie Dechant Hans Bruno Fröhlich. Letzterer gestaltete zusammen
mit dem katholischen Pfarrer Bernd Aninger und Dechant Martin Kögel
von der Evangelischen Kirche den ökumenischen Gottesdienst im Münster
St. Georg. Aus Schäßburg waren weiterhin angereist Vertreter
der lokalen Presse und Rundfunk sowie die Kindertanzgruppe „KIDS“
unter der Leitung von Eleonora Ianovici.
Die musikalische Umrahmung des Festaktes durch eine Bläsergruppe
aus den Reihen der berühmten Dinkelsbühler Knabenkapelle und
die im Vergleich dazu kontrastreichen Darbietungen der Schäßburger
Tänzer sorgten für eine schöne, beeindruckende Festveranstaltung.
Die Gestaltung des Festaktes durch Jugendliche beider Städte lässt
in ihrer Symbolik auf eine dauerhafte Partnerschaft hoffen.

Festredner Dr. Ingo Friedrich; Foto: Hermann Theil
Für die Gäste aus Schäßburg gab es ein vielseitiges
Begleitprogramm, das vom Freundeskreis Dinkelsbühl-Schäßburg
unter der Leitung von Altbürgermeister Dr. Jürgen Walchshöfer,
tatkräftig unterstützt von Bürgermeisterin Hildegard Beck,
Geschäftsführer Manfred Kiesel, Rosi Feder, Stadtrat Johann
Schuller, Schulleiterin Ruth Reuter, zahlreichen Helfern und vor allem
von der allgemein Regie führenden Ingrid Metzner organisiert war.
Die Heimatortsgemeinschaft hat über Jahre hinweg die Anbahnung der
Städtepartnerschaft zwischen Dinkelsbühl und Schäßburg
begleitet. Über die verschiedenen diesbezüglichen Aktivitäten
wurde in den früheren Folgen unserer Vereinszeitung ausführlich
berichtet. Das Engagement der HOG Schäßburg wurde von offizieller
Dinkelsbühler und Schäßburger Seite gewürdigt. Als
Anerkennung der praktizierten „Brückenfunktion“ ist die
terminliche Koppelung des Festaktes zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde
mit dem Schäßburger Treffen 2006 in Dinkelsbühl zu sehen.
So war es auch nur natürlich, dass die offizielle Schäßburger
Delegation anschließend mit ihren Begleitern am Treffen der Heimatortsgemeinschaft
teilnahm wo zusammen mit zahlreichen aus Schäßburg und dem
ganzen Bundesgebiet angereisten Gästen, insgesamt rund 500 Schäßburgern,
in der Schranne ausgiebig gefeiert wurde.
Christian Schoger, München / Hermann Theil, Weinsberg

Partnerschaftsurkunde

Letztes Update:
2007-03-04
- Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de
/ http://www.schaessburg-net.de
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