HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Traditionelles Festival in Schäßburg

ProEtnica 2007

7. Auflage der Tage der ethnischen Gemeinschaften in Rumänien vom 17. bis 25. August

Ungarische Tanzgruppe
Zigeuner Tanzgruppe
Sitz des ibz in der Schanzgasse

 

Ungarn, Deutsche, Roma, Ukrainer, Serben, Türken, Tataren und andere nationale und ethnische Minderheiten - insgesamt 20 an der Zahl - nennen Rumänien heute ihre Heimat und leben seit Jahrhunderten in dieser multiethnischen Region Südosteuropas. Um den Dialog und das friedliche Zusammenleben zwischen den Minderheiten und der rumänischen Mehrheits¬bevölkerung zu fördern veranstaltet das Interethnische Jugendbildungszentrum (ibz) seit dem Jahre 2001 jährlich in der zweiten Augusthälfte die „Tage der ethnischen Gemeinschaften in Rumänien – ProEtnica“.
Die Vorbereitungen für die diesjährige Ausgabe haben bereits im September vergangenen Jahres begonnen. Bis heute hat das ibz drei Vorbereitungsseminare organisiert, an denen zwei Vertreter jeder am Festival vertretenen Organisation teilnehmen. So hat ProEtnica eine demokratische Grundstruktur. Jede Organisation kann Ideen einbringen und frei entscheiden, wie sie teilnimmt.
Natürlich sind die Rahmenbedingungen für die Teilnahme durch das Budget und die Unterbringungsmöglichkeiten in Schäßburg vorgegeben. Das ibz rechnet so mit etwa 850 Teilnehmern seitens der ethnischen Gemeinschaften. Jeder Organisation konnten so immerhin 100 Übernachtungen während des Festivals zur Verfügung gestellt werden.
Das Programm ist auch aufgrund der hohen Teilnehmerzahl sehr vielfältig: Die Hauptbühne steht auf dem Burgplatz. Hier wird den etwa 25.000 geschätzten Besuchern nachmittags ab 16.00 ein reichhaltiges Folklore- und Musikprogramm dargeboten. Zwischen Klosterkirche und dem „Venezianischen Haus“ befindet sich die „interaktive Bühne“. Hier werden die Zuschauer zu Tänzern und Sängern von althergebrachten Tänzen und Weisen. Traditionelle Handwerker bieten ihre Produkte feil, zahlreiche Stände und Ausstellungen gewähren dem Besucher einen tiefen Einblick in die Kulturen der ethnischen Gemeinschaften Rumäniens.
ProEtnica möchte jedoch mehr als ein Folklore-Festival sein: Insbesondere Gegenwartskünstlern aus den Reihen der ethnischen Gemeinschaften wird eine Plattform zur Darstellung und Vorstellung ihrer Arbeiten geboten. Auch finden vormittags Vorträge und Rundtischgespräche zu Gegenwartsfragen statt, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für internationale Beziehungen der Babes-Bolyai-Universität Klausenburg organisiert werden.
In Zusammenarbeit mit dem 2005 gegründeten Dieter-Schlesak-Verein werden Dichterlesungen, Vorträge, Ausstellungen und künstlerische Darbietungen mit dem Themenschwerpunkt Juden und Roma und deren Verhältnis zur deutschen Minderheit organisiert, die teilweise in der bis zum Festival renovierten Schäßburger Synagoge stattfinden, ein Novum in der Geschichte von ProEtnica.
In mehrfacher Hinsicht ist Schäßburg ein nahezu idealer Ort für diese Veranstaltung: In einer für das heutige Rumänien einzigartigen Weise spiegelt sich der historische Einfluss von Minderheiten-Kulturen in der sehr gut erhaltenen Burganlage exemplarisch wieder. Während des Festivals wird die Burg - die ja ursprünglich zur Verteidigung und zur Abschottung gegen andere Völker und Ethnien gebaut wurde - ein Ort der Versöhnung, des Kennenlernens und des gegenseitigen Verständnisses. So kann ProEtnica auch als eine Art Gegenbild der Geschichte gedeutet werden, ebenso wie auch der zunehmende Tourismus...

Veranstalter sind das Interethnische Jugendbildungszentrum (ibz), die Organisationen der 20 offiziell anerkannten nationalen Minderheiten Rumäniens, der Dieter-Schlesak-Verein Schäßburg, das Bürgermeisteramt Schäßburg und das Institut für Internationale Studien der Babes-Bolyai-Universität Klausenburg.


Türkische Tanzgruppe

Bis zum Jahre 2005 wurde ProEtnica zu einem Großteil vom Institut für Auslandsbeziehungen e. V. Stuttgart (ifa) gefördert. Heuer wird ProEtnica größtenteils von öffentlichen Einrichtungen Rumäniens finanziert, und zwar von dem Departement für Interethnische Beziehungen (DRI), dem Kultur- und Kultusministerium(MCC), dem Nationalen Kulturfond (AFCN), der Nationalautorität für Jugend (ANT), der Nationalagentur zur Unterstützung von Jugendaktivitäten (ANSIT), dem Kreisrat Muresch (CJMURES) und dem Bürgermeisteramt Schäßburg.
Ein wichtiger Förderer von ProEtnica ist die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, die dankenswerterweise auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat.
Auch wird das Festival traditionsgemäß von namhaften Sponsoren unterstützt, wie z. B. den Firmen Hochland und Coca Cola.
2008 wurde von der Europäischen Union als Jahr des interkulturellen Dialogs erklärt. So besteht die Hoffnung, dass ProEtnica im nächsten Jahr zu einem europäischen Projekt avanciert und so zum Zusammenwachsen der Kulturlandschaft Europas unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“ beitragen kann.
Volker Reiter (Schäßburg)


Das interethnische Jugendbildungszentrum e. V. Schäßburg / Sighisoara (ibz) wurde im Jahre 2000 gegründet. Im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa wurde von der Bundesrepublik Deutschland durch das Institut für Auslandbeziehungen e.V. (ifa) Stuttgart der Aufbau des ibz bis 2005 regressiv gefördert. Damit verbunden war der Ausbau des mittelalterlichen Gebäudekomplexes in der Schanzgasse zur Jugendherberge. Heuer verfügt das Burg-Hostel über 53 Betten in 18 Zimmern und bietet sehr gute Bedingungen für Jugendgruppen, aber auch für Individualreisende und Familien. Die Einnahmen aus Gastronomie und Herbergsbetrieb tragen zur Finanzierung des ibz bei.
Inhaltlich ist das ibz im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit, der Kulturarbeit und im Bereich des interethnischen Dialogs lokal, national und international tätig.
Weitere Informationen: www.proetnica.ro, www.ibz.ro (Burg-Hostel) und www.ibz.org.ro (ibz).



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Letztes Update: 2007-08-30 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg