Neuer Reiseführer Rumänien
Titelbild: Schäßburg
Ist das Stadtbild von Schäßburg typisch für Rumänien?
Für Kenner des Landes wohl kaum. Für gebürtige Schäßburger
ist es natürlich schmeichelhaft, auf den Titelseiten der in den letzten
Jahren in vielen Ländern erschienenen Publikationen vertraute Ansichten
zu erkennen. Auch die in Rumänien erschienene Reiseliteratur schmückt
sich mit der neu entdeckten, zum Weltkulturerbe zählenden Vorzeigestadt,
wobei im Inhalt zunehmend für „sächsische“ Städte
und Dörfer als touristische Ziele geworben wird. Das ist erfreulich.
Den neuen Reiseführer des renommierten DuMont Reiseverlags, Ostfildern,
zieren Häuserfassaden der oberen Schulgasse. In der Reihe DUMONT
RICHTIG REISEN erschien Ende 2006 ein praktisches Handbuch Rumänien
- Mit Reiseatlas & Routenkarten - Individuell reisen! von Ebba Hagenberg-Miliu
(ISBN 978 – 3 – 7701 – 7614 – 4).
Die promovierte Germanistin bereist seit Jahren mit ihrem Mann Cezar Miliu
Rumänien. Sie berichtet für große deutsche Zeitungen und
Nachrichtenagenturen und verfasst Bücher und Bildbände mit dem
Schwerpunkt Rumänien.
Der Reiseführer ist übersichtlich gegliedert, die gesuchten
Informationen leicht auffindbar.
Der erste Themenblock „Wissenswertes über Rumänien“
beinhaltet Kurzinformationen über Natur und Umwelt, Wirtschaft, Soziales,
aktuelle Politik, eine Zeittafel, Gesellschaft und Alltagskultur, Kunst
und Kultur, Essen und Trinken. Erwähnt werden die spezifischen Facetten
dieses Landes, wie Vielvölkerstaat, die Sprachen, die Konfessionen,
Brauchtum, aktuelle politische Lage. Allgemein Wissenswertes für
die reise findet man im nächsten Kapitel.
„Unterwegs in Rumänien“ ist der umfangreichste Teil des
Buches. Er ist unterteilt in sechs Kapitel: Bukarest und die Walachei,
Schwarzmeerküste und Donaudelta, die Moldau und Süd-Bukowina,
Maramures, Siebenbürgen und schließlich das Banat mit Temesvar.
Neugierig schlägt man zunächst Kapitel 5 auf: Transsilvanien
(Siebenbürgen). Mit Genugtuung stellt man fest, dass die beschriebenen
Ortschaften Namen in den drei Umgangssprachen tragen. Das Kartenmaterial
ist weitgehend rumänisch/deutsch, wobei in Stadtplänen auch
die alten deutschen Straßennamen zu finden sind.
Schäßburg und Umgebung werden auf acht Seiten beschrieben.
Für den Ortsfremden ausreichende und objektive Information, für
den Kenner natürlich zu wenig – das Buch ist kein Stadtführer.
Natürlich darf das Thema Dracula nicht fehlen, es wird sogar der
Kampf um das Horrorprojekt Dracula Park erwähnt. Wie auch bei der
Törzburg wird jedoch das Thema als eine auf Fiktionen beruhende Geschäftsidee
behandelt. Relativ ausführlich sind die Beschreibungen von Hermannstadt,
Kronstadt, Klausenburg und zahlreicher Kirchenburgen.
Infokästen „Mit der Autorin unterwegs“ bringen dem Leser
Land und Leute näher, praktische Tipps gibt es für Verkehr,
Unterkunft und Verpflegung, Stadtführungen, Wanderungen, Nationalparks,
Bauernmärkte, Folklore, Kunsthandwerk.
Interessant sind eingestreute Kurzportraits und Sonderthemen. „Eine
sächsische Familiengeschichte“(Alida und Arch. Hermann Fabini),
„Hermann Oberth und der Flug zum Mond“, „Der Exodus
der Rumäniendeutschen“, „Erika Schneider und der Umweltschutz
im Donaudelta“ – das sind für den Fremden weitgehend
unbekannte Themen zu Rumänien, neben Brancusi, Eminescu, die ungarische
Minderheit, Roma, Vlad Tepes, der Handballer Hansi Schmidt u.a.m.
Auch für Siebenbürger, die wenig über das aufstrebende
Reiseland Rumänien wissen, ist der neue, reich bebildere Reiseführer
empfehlenswert. Insbesondere wenn man mit Freunden das Land bereisen will.
Hermann Theil (Weinsberg)

Letztes Update:
2007-09-22
- Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de
/ http://www.schaessburg-net.de
© 2000 by kdg
|