HOG-Schäßburg / Siebenbürgen

Heilbronn, Schäßburger Fasching mit Tradition

Eröffnung mit dem „Seminaristenmarsch“

Aus der Einladung zum 32. F. C. Entorsa – Fasching des Schäßburger Sportvereins, der am 17. Februar 2007 in der Heilbronner Waldorfschule stattgefunden hat, geht hervor, dass das Motto der Party „Oktoberfest“ lautete. Ferner steht da, dass ein „Festzug formiert“ wird, den eine „Blasmusik“ anführt. Etwas Neues ? Eine Überraschung ? Eine Blasmusik ?

F. C. Entorsa – Fasching ganz groß


Uwe Horwath dirigiert

Der Fasching des F. C. Entorsa – Vereins ist tatsächlich im „Gefolge“ der eigentlichen Tätigkeit des F. C. E. entstanden, und zwar Sport, vor allem ein Ballspiel, zu treiben. Damals nämlich, im Jahre 1974, als mehrere Lehrer der „Dreier“(Allgemeinschule Nr.3) in Schäßburg daran gingen, in einer Sporthalle einmal wöchentlich zu trainieren, wurde auch darüber nachgedacht, wie diese schweißtreibende Freizeitgestaltung durch eine amüsante und unterhaltsame Tätigkeit erweitert werden kann. Und so kam neben gemeinsamen Ausflügen, Geburtstagsfeiern, Silvesterpartys und Gartenfesten auch der Fasching hinzu. Der F.C.E. wuchs in der Folgezeit durch weitere Mitglieder, die nicht nur aus der Lehrerschaft kamen. Die Zahl der Mitglieder wurde jedoch in den 80er Jahren durch das verstärkte Auswandern rückläufig.


Justina Horwaths Frauenkirche

Der F. C. Entorsa – Fasching ist jedoch geblieben. Er wurde nach zehn Jahren das erste Mal in Deutschland gefeiert. Nun wird er regelmäßig am letzten Wochenende vor Aschermittwoch, in Flein und neuerdings in Heilbronn, in Szene gesetzt.


"Touristen" feiern mit

Die definitive Einladung, auf ein „Doppelblatt“ in Form einer bayerischen, mit blau-weißen Rauten dekorierten „Maß“ gedruckt, flatterte einem kurz nach Weihnachten ins Haus. Mit Versen von Renate Schulleri wird dem Angesprochenen in spaßiger Form alles Wissenswerte über den Fasching mitgeteilt.


Moosi mit Daisy

Schumi, unser Kassenwart, hat rund 80 Personen gezählt, die ziemlich pünktlich gekommen waren. Schon mit einem „Begrüßungs-Trunk“ in der Hand, warteten sie im Foyer vor dem Festsaal, auf – ja natürlich - auf die „Blasmusik“. Und diese war nicht zu überhören, als draußen im Schulhof plötzlich der „Seminaristenmarsch“ erklang, das bekannte Erkennungszeichen der „Blasia“, der ehemaligen Schülerkapelle von der Bergschule.
Den Einmarsch der Blasmusik auf die „Wiesen“ begrüßte die Faschingsgesellschaft mit donnerndem Applaus. Allen voran ging Musiklehrer Uwe Horwath, zeitweilig Dirigent in Schäßburg, gegenwärtig Leiter des „Karpaten - Orchesters“ der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen. Die knapp 20 Musiker traten, wie es am Münchner Oktoberfest üblich ist, in Tracht auf, hier in der siebenbürgisch - sächsischen, angetreten.


Fränkische Stimmungskanone, auf der "Wies'n"
Alle Fotos H. Theil

Als ersten Programmpunkt gab es den traditionellen Faßanstich, der dem Uwe auf Anhieb gelang. Und es fehlte auch nicht die Weißwurst. Übrigens wurde diese, wie auch das Bier, in einer zünftigen Bude serviert bzw. ausgeschenkt. Die Festbuden waren das absolut Neue auf diesem Fasching. Bernd Nüßeler, ein echter Schwabe aus Ulm, hat wieder einmal sein Bestes gegeben und eine tolle Dekoration sowie Buden, passend zum Oktoberfest, geschaffen. In einer dieser Buden wurden von unseren Enkeln ( Sie haben tatsächlich richtig gelesen, die 3te Generation des F.C.E. – Clubs ist inzwischen auch dabei!) Popkorn und Zuckerwatte gemacht und verteilt.

Spiele und Tanz für die „Wiesenbesucher“

In der nächsten Bude wurden Dosen-Pyramiden mit Bällen „zusammen geschossen“. Andere Besucher übten sich im zielsicheren Einschlagen von Nägeln in einen Holzklotz, was nur wenigen auf Anhieb gelang. Und nicht nur Männer schossen mit einem kleinkalibrigen Luftdruckgewehr auf Zielscheiben. Für alle diese Geschicklichkeitsübungen gab es kleine Preise.

Prämien gab es für die jeweils drei besten Kostümierungen und Masken Die vorab benannte Jury, bestehend aus dem Musikantenehepaar Dieter und Renate Huber (als Unparteiische) sowie aus Gudrun Deppner und Helwig Schumann, hatte es gar nicht so leicht die Besten auszuwählen. Es gab viele „Bayern“ weiblichen und männlichen Geschlechts, „Heiligenschein“ Tragende und in den Himmel Aufgestiegene, aber auch Engel und sogar Petrus.
Dieter Huber verkündete die Sieger. Es waren dieses bei den Frauen Renate Schulleri (als ein überschäumender Bierkrug), Gisela Nüßeler und Justina Horwath. Bei den Männern wurden Horst Mergler (als ein auf Wolken, mit Heiligenschein gen Himmel schwebender Oktoberfestzecher), Kurt Schulleri und Hans Thieskes prämiert.

Vorzüglich war das Büfett, das uns von Daniela Nüßeler und Klaus, die eine Gaststätte in Ulm betreiben, aufgetischt wurde. Und die „Perisoare-Suppe“ von Horst Mergler war auch dieses Mal ein Hit. Desgleichen einwandfrei funktionierte der Getränkeservice in dem dafür eingerichteten Stand. Gebäck und Kuchen hatten unsere Frauen mitgebracht.

Das Wichtigste, das war die Musik, zu der getanzt wurde. Zunächst spielte noch die Blaskapelle, danach das Duo Dieter und Renate Huber. Eines muß gesagt werden: Es war seit Jahren die beste Tanzmusik, die wir für den F.C.Entorsa – Fasching verpflichtet haben. Die Tanzdiele war, wie noch nie zuvor, ständig von tanzfreudigen, alten und jungen, ausgelassenen und übermütigen Karnevalisten „besetzt“. Darum an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Musik !!

Die bis zu den anstehenden Volleyballspielen am Sonntagvormittag verbliebenen Stunden für den Schlaf konnte man an einer Hand abzählen.

Da von den eigentlichen F. C. E.- Mitgliedern viele nicht dabei waren, wir aber mit „Beispringern“ die Mannschaften ergänzen konnten, wurde das Volleyball - Tournier vorschriftsmäßig durchgeführt. Gewonnen hat schließlich die Mannschaft mit den Gründungsmitgliedern des F.C.E.: Turnlehrer Nikolaus Ruppert und Wolfgang Deppner, dem Ehepaar Kurt und Renate Schulleri sowie Antje, der Tochter von Hanns Polder. Platz zwei belegten Uwe und Justina Horwath, Hannes Polder, Hans Gunesch, Rolf Kellner und Wilhelm Dörner. Durch Losentscheid gewann Wolfgang Deppner aus der Siegermannschaft den Wanderpokal.

Nicht unerwähnt bleiben sollen letztendlich die vielen fleißigen Hände, die beim Aufbau der Nüßeler´schen Kreationen sowie beim Decken und Schmücken der Tische mitgeholfen haben. Aber auch jenen, die nach dem letzten Teller „Perisoare – Suppe“ am Sonntag für den Kehraus sorgten gehört gleichermaßen unser aller Dank.

Und, wie gesagt, am letzten Wochenende vor Aschermittwoch sehen wir uns 2008 wieder zum 33. F. C. Entorsa – Fasching.
Helwig Schumann (Untergruppenbach)


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Letztes Update: 2007-08-31 - Adresse dieser Seite: http://www.hog-schaessburg.de http://www.schaessburg-net.de © 2000 by kdg